Trickbetrüger an der Haustür gehen ähnlich vor: Sie geben sich zum Beispiel als Hausmeister oder Stromableser aus und haben eine glaubwürdige Geschichte parat, mit der sie in die Wohnung gelassen werden. Dort werden die Opfer in ein langes Gespräch verwickelt, während der Komplize des Trickbetrügers durch die angelehnte Wohnungstür schlüpft und die Zimmer nach Geld und Wertsachen durchsucht.
Um Senioren über diese Betrugsmaschen aufzuklären, hat der Frankfurter Präventionsrat zwei Formate entwickelt:
1. Sightseeing-Touren für Senioren
Die Sightseeing-Touren werden durch den Frankfurter Präventionsrat in Kooperation mit den Seniorensicherheitsbeauftragten der verschiedenen Stadtteile, dem Polizeipräsidium Frankfurt und dem Verein Bürger und Polizei e.V. veranstaltet. Pro Fahrt werden rund 50 Senioren von einem Bus in ihrem Stadtteil abgeholt und erleben anschließend Frankfurt im Rahmen einer Stadtrundfahrt, Fremdenführer inklusive. Danach ist das Ziel das Polizeipräsidium, wo die Fahrgäste von Polizeibeamten über Trickbetrug am Telefon und an der Haustür aufgeklärt werden. Die Senioren kommen bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch, tauschen sich aus und können damit als Multiplikatoren in der Kriminalprävention mithelfen.
Die wichtigsten Botschaften für die Senioren sind:
- Die Polizei ruft niemals mit der Telefonnummer 110 an!
- Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen!
- Misstrauisch sein: im Zweifel selbst die 110 oder auf Ihrem Polizeirevier anrufen!
2. Seniorensicherheitsbeauftragte in den Stadtteilen
Aufgaben der Beauftragten sind:
- Augen und Ohren aufhalten, wenn es um Sicherheitsbelange geht
- Ein Gespür dafür entwickeln, wenn andere Hilfe benötigen
- Im Bedarfsfall den Kontakt mit den Seniorinnen und Senioren suchen
- Bedarfsweise Präventionsveranstaltungen und anlassbezogene Öffentlichkeitsarbeit für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren unterstützen
- Wenn möglich Hilfestellungen geben oder gezielt den Kontakt mit den zuständigen Polizeidienststellen oder anderen Institutionen herzustellen.
Die Seniorensicherheitsbeauftragen werden von Polizeibeamten geschult, wie man sich vor Trickbetrug an der Haustür, am Telefon, im Internet und in der Öffentlichkeit schützen kann. Darüber hinaus bekommen Sie für diese Aufgabe landeseinheitliche und regionale Informationsmaterialien ausgehändigt und stehen regelmäßig mit der Polizei, dem Präventionsamt bzw. dem Regionalen Präventionsamt sowie anderen Seniorensicherheitsbeauftragten in Kontakt. Diese Tätigkeit ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten führen die Seniorensicherheitsbeauftragten diese Aufgabe selbstbestimmt aus. Es gibt keine vorgegebenen Arbeitszeiten und kein Zeitkontingent, das erfüllt werden muss. Die Akquise von Beauftragten und deren Betreuung erfolgt durch die Geschäftsstelle des Präventionsamts.
Wichtige Tipps und Hilfen für einen sicheren Seniorenalltag
Es gibt vieles, das ältere Menschen tun können, um kein Opfer von Kriminalität zu werden. Generell gilt: Eine aktive Lebensgestaltung mit regen Außenkontakten schenkt einerseits Selbstbewusstsein und schreckt andererseits potenzielle Täter von vornherein ab.
- Führen Sie nicht mehr Geld mit als nötig und zeigen Sie nicht, dass Sie größere Geldbeträge dabei haben. Günstig ist es, größere Geldbeträge gesondert mitzunehmen und nicht gemeinsam mit der Geldbörse in der Handtasche aufzubewahren.
- Heben Sie größere Geldbeträge möglichst in Beratungsräumen abseits des Kassenschalters und in Gegenwart einer Person Ihres Vertrauens ab.
- Bewahren Sie, wenn Sie das Haus verlassen, Haus- und Wohnungsschlüssel immer getrennt von Papieren und Wertsachen auf.
- Geld, Wertsachen und wichtige Papiere sollten Sie nur in verschlossenen Kleidungsinnentaschen mitnehmen - keinesfalls aber in Außentaschen, Einkaufstaschen oder Einkaufskörben.
- Bezahlen Sie größere Beträge per Zahlungskarte oder per Überweisung - keinesfalls in bar.
- Bewahren Sie Zahlungskarte und PIN (Persönliche Identifizierungsnummer) getrennt auf; lernen Sie am besten Ihre PIN auswendig.
- Lassen Sie Handtaschen, Geldbörsen oder Wertgegenstände in Kaufhäusern oder Restaurants niemals unbeaufsichtigt liegen.
- Wählen Sie Wege auf belebten Straßen und benutzen Sie nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel.
- Unternehmen und erledigen Sie möglichst viele Dinge gemeinsam mit vertrauten Personen.
- Ein Mobiltelefon (Handy) gibt Ihnen die Möglichkeit, in kritischen Situationen die nächstgelegene Polizeidienststelle kostenfrei über den Notruf 110 zu benachrichtigen.
- Nehmen Sie (soweit möglich) an Selbstbehauptungskursen für Senioren teil, welche auch von der Polizei angeboten werden.