- Achten Sie in Menschenmengen und unübersichtlichen Situationen noch stärker auf Ihre Wertsachen.
- Tragen Sie Geld, Kreditkarten und wichtige Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen und möglichst dicht am Körper.
- Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite, möglichst unter dem Arm, und lassen Sie die Taschen nie unbeaufsichtigt.
- Nutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder einen am Gürtel angeketteten Geldbeutel.
- Legen Sie Ihr Portemonnaie nicht oben in die Einkaufstasche, den Einkaufskorb oder Einkaufswagen, sondern tragen Sie es möglichst nah am Körper. Hängen Sie Handtaschen im Restaurant, Kaufhaus oder Geschäft nicht an Stuhllehnen und stellen Sie sie nicht unbeaufsichtigt ab (z. B. bei der Anprobe von Schuhen oder Kleidung).
Gut zu wissen: Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Sie treten besonders bei Menschenansammlungen auf – zum Beispiel auf Großveranstaltungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. beim Ein- und Aussteigen, in Kaufhäusern oder auf Rolltreppen, aber auch nach einem selbst verursachten Gedränge. Sie beobachten ihre Opfer lange und genau und treten mit ihnen in Kontakt: zum Beispiel rempeln sie ihre Opfer an, verwickeln sie mit Fragen in ein Gespräch, bieten übersteigerte Hilfsbereitschaft an oder beschmutzen ihre Kleidung.
Das Repertoire der Taschendiebe – diese Tricks sollten sie kennen
Der Blumen-Trick: Sie begrüßen das Opfer freundschaftlich, umarmen es oder stecken ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.
Der Falsche-Touristen-Trick: Falsche Touristen fragen ihre Opfer nach dem Weg und halten ihnen einen Stadtplan vor. Während das Opfer versucht zu helfen und die Karte in beide Hände nimmt, stibitzen die falschen Touristen etwas aus der Handtasche.
Der Stauerzeuger-Trick: Sie blockieren die Rolltreppe und lassen das Opfer und andere auflaufen. Während alle nach vorne blicken, bücken sich die Stauerzeuger, und ihre Komplizen greifen von hinten in die Tasche des Opfers.
Der Scheibenklopfer-Trick: Die Scheibenklopfer klopfen von außen an die Scheibe von Zügen oder Bussen. Komplizen im Waggon entwenden dem abgelenkten Opfer seine Wertgegenstände.
Der Rempel-Trick: Sie rempeln ihre Opfer im Gedränge an oder nehmen sie mit Komplizen "in die Zange". Während das Opfer abgelenkt ist, greifen sie oder ihre Komplizen in die Tasche.
Der Beschmutzer-Trick: Sie bekleckern ihre Opfer "versehentlich". Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das Geld des Opfers aus der Bekleidungstasche.
Der Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche „griffbereit“ anbietet.
Der Geldwechsel-Trick: Sie bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.
Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.
Der Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.
Der Taschenträger-Trick: „Taschenträger oder -trägerinnen“ spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.
Wenn es doch zum Diebstahl kommt
- Machen Sie andere Personen auf den Dieb aufmerksam und fordern Sie sie direkt zur Mithilfe auf
- Kümmern Sie sich um das Opfer und organisieren Sie Hilfe
- Prägen Sie sich Tätermerkmale ein und stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung
- Lassen Sie sämtliche Karten, die geklaut wurden, sofort sperren
- Ist Ihnen Ihre Zahlungskarte abhanden gekommen, lassen Sie diese sofort sperren (Sperr-Notruf 116 116). Beachten Sie, dass Sie Ihre Karte(n) nur dann über den Notruf sperren lassen können, sofern sich Ihre Bank dem Notruf angeschlossen hat. Ansonsten wenden Sie sich direkt an Ihr Kreditinstitut.
- Damit Ihre Debitkarte auch für das elektronische Lastschriftverfahren (SEPA Lastschrift) gesperrt werden kann, für das nur eine Unterschrift und keine PIN benötigt wird, müssen Sie den Verlust der Polizei melden. Nur dort kann eine so genannte freiwillige KUNO-Sperrung bei den Handelsunternehmen veranlasst werden. Erst dann wird die Karte beim Bezahlen in Geschäften auch im Lastschriftverfahren abgelehnt.
- Ist das Mobiltelefon abhandengekommen, sperren Sie die SIM-Karte und das Telefon. Wird das Telefon als Zugang zu passwortgeschützten Diensten (z.B. Paypal, E-Mail-Account, etc.) oder zu sozialen Netzwerken verwendet, ändern Sie die Passwörter.
- Melden Sie gestohlene Ausweise bei den örtlich zuständigen, ausstellenden Behörden. Bei Personalausweisen mit aktiver Online-Ausweisfunktion muss diese so schnell wie möglich gesperrt werden.
Weitergehende Informationen finden Sie auf der Seite der Beratungsstelle der Polizei:
www.polizei-beratung.de